DAS IHK-JAHR 2024
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Naturnahe Wirtschaft im Fokus der IHK

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Mit 6.500 Standplätzen auf 17 Campingplätzen hat Fehmarn die höchste Dichte an naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten in Europa. Die Betriebe würden noch mehr Leistungen anbieten, benötigen dafür aber bessere Rahmenbedingungen. Das wurde bei Gesprächen mit der IHK deutlich.


Mehrere Hotelneubauten

„Fehmarn lebt von Tourismus“, sagte Bürgermeister Jörg Weber beim Austausch mit der IHK. Auf der Insel gebe es zusätzlich zum Campingangebot mehr als 15.000 Betten. 420.000 Menschen haben 2024 Übernachtungen gebucht. Aufgrund der steigenden Attraktivität planen Investoren mehrere Hotelneubauten, unter anderem Familie Riechey, die den Camping- und Ferienpark Wulfener Hals betreibt. Die Stadt rechnet mit einer zusätzlichen Wertschöpfung in Höhe von 14 Millionen Euro (aktuell: 250 Millionen Euro) sowie mehr als 300.000 Euro Kur- und Tourismusabgaben pro Jahr. Tourismusmanager Oliver Behncke stellte heraus, dass Fehmarn sich nach der Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels 2029 auch als Kongressstandort positionieren könnte.

Rahmenbedingungen waren schon besser

Die Campingbranche begrüßt diese Investitionen und lockt ihre Gäste mit 17 unterschiedlichen Profilen. „Dennoch waren die Rahmenbedingungen für unsere Branche schon besser“, sagte Malte Riechey und bezog sich auf die Belastungen in den Bereichen Energie, Klimaneutralität, Arbeitskräftemangel und öffentliche Infrastruktur. Gunnar Mehnert von Strandcamping Wallnau betonte, dass die Betreiber viel Geld in nachhaltige Projekte investierten. Die erwarteten Kürzungen der Förderungen für Energiesparprojekte seien allerdings ein Hemmschuh.

Dauerthema Personal

An die IHK richteten die Unternehmer mehrere Wünsche: Unterstützung gegenüber der Landesregierung, um die Einrichtung von Wohnraum für die Arbeiter an den Großbaustellen am Fehmarnbelt nach dem Vorbild von Northvolt zu ermöglichen. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Arbeitskräften. Frank Denker, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses, berichtete, dass er in seinem gastronomischen Betrieb Einwanderer beschäftige. Es sei allerdings möglich, auch vor Ort Personal zu gewinnen. Wichtig sei es, Auszubildende einzubinden und durch Trainings oder Weiterbildungen zu halten.

Fotos: Anders Björk, IHK/Özren; Video: iStock.com/jotily