Female Business
Wie Franzi Schädel weibliche Personen ins Licht rückt

Feministisch, ökologisch, authentisch: Franzi Schädel ist selbstständige Fotografin, Feministin, Autorin und Influencerin. Unsere Autorin Jennifer Fizia hat sich mit ihr getroffen und über weibliche Businessfotografie gesprochen.
Ich sitze in der Domäne Fredeburg, einem einladenden Hofladen mit Café. Die Maschine für Cappuccino und Co. streikt, aber auch der Filterkaffee mit frischer Milch aus dem Kännchen schmeckt. Mein Blick aus der großen Fensterfront fällt auf die taufeuchten, wilden Wiesen des Gartens. Am liebsten würde ich hier noch Stunden verbringen – und dabei den Erzählungen von Franzi Schädel lauschen.
Geschichten sichtbar machen
Mit strahlendem Lächeln hat mich die Fotografin, Influencerin und Autorin empfangen und direkt mit dem Erzählen begonnen: von ihrer Arbeit, ihrer Haltung, ihrem fortwährenden Hausprojekt. In Ratzeburg zu Hause, arbeitet sie mittlerweile am liebsten in der Heimat. „Ich liebe meine Region und will mit meiner Arbeit zeigen, wie viel Kraft und Kreativität hier steckt. Ich möchte, dass die Ideen hierbleiben, in Schleswig-Holstein, im Norden.“ Seit einiger Zeit konzentriert sie sich auf weibliche Businessfotografie. Man spürt im Gespräch, wie sehr sie für das Thema brennt. „Ich möchte die Welt ein bisschen besser machen mit meiner Arbeit. Ich begleite weiblich gelesene Personen, weil ich möchte, dass sichtbar wird, was sie alles leisten, wo sie rocken, wo sie unsichtbar gemacht werden.“ Weibliche Businessfotografie bedeutet für sie, „Geschichten sichtbar zu machen – nicht zu präsentieren, wer man ist, sondern was man bewegt“.

„Es geht um Authentizität, darum, dass jemand auf den Fotos sieht: Das bin wirklich ich.“
– Franzi Schädel
„Wir müssen wegkommen von statischen Bildern“
Die Menschen, die Franzi Schädel mit ihrer Kamera porträtiert, sind vielfältig. Eine Waldpädagogin begleitet sie regelmäßig, eine Lehmbauerin und eine Tischlerin fotografierte sie bei ihrem jeweiligen Handwerk, kürzlich sprang ihr während eines Pow-Wow-Festivals in Kanada eine indigene Frau vor die Linse. Großen Wert legt die Fotografin auf die Entstehung ihrer Bilder und die Geschichten, die sie mit ihnen erzählt. „Ich begleite meine Kundinnen bei dem, was sie tun: eine Physiotherapeutin bei der Arbeit, eine Autorin beim Schreiben, eine Handwerkerin beim Anpacken. Wir müssen wegkommen von diesen statischen, gestellten Bildern. Es geht um Authentizität, darum, dass jemand auf den Fotos sieht: Das bin wirklich ich.“ Diesen Ansatz überträgt sie auch auf ihre Arbeit als Content-Creatorin. Sie nutzt Instagram als Plattform, um Inhalte zu produzieren, die Menschen sichtbar machen, verbinden und inspirieren sollen. Ihre Arbeit in den sozialen Medien ist für Franzi Schädel kein Selbstzweck, sondern eine Erweiterung ihrer Haltung – feministisch, ökologisch, authentisch und erzählerisch.
