Fraunhofer IMTEInnovativer Hansebelt

Blick ins Innere: Qualität in der Industrie sichtbar machen

Was dem menschlichen Auge verborgen bleibt, macht heute modernste Technik sichtbar: innere Strukturen, feinste Risse oder kleinste Abweichungen in Bauteilen. Im Prüflabor des Fraunhofer IMTE in Lübeck ist genau das tägliche Forschungsrealität.

Professor Dr. Thorsten M. Buzug hält eine Leiterplatte vor die CT-Anlage im Prüflabor des Fraunhofer IMTE

Mit Hilfe der industriellen Computertomographie (CT) analysieren Prüfingenieure in der Forschungseinrichtung Bauteile, ohne sie zu zerstören. Das Labor ist mit seinen Prüfverfahren für geometrische Analysen und Defektanalysen mittels CT von der Deutschen Akkreditierungsstelle nach ISO 17025 akkreditiert – ein Qualitätssiegel, das für hohe fachliche Kompetenz und verlässliche Messergebnisse steht.

Doch was passiert eigentlich beim CT-Prüfverfahren? „Ähnlich wie in der medizinischen Diagnostik wird ein Objekt mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Aus vielen Einzelaufnahmen entsteht ein dreidimensionales Volumenbild des Bauteils. Ingenieurinnen und Ingenieure können so nicht nur die äußere Form, sondern auch das Innenleben exakt vermessen und analysieren – ohne das Bauteil zu beschädigen“, erklärt der geschäftsführende Institutsleiter Professor Dr. Thorsten M. Buzug.

Professor Dr. Thorsten M. Buzug mit einer Leiterplatte vor einem Monitor, der deren CT-Aufnahme zeigt

Institutsleiter Professor Dr. Thorsten M. Buzug im Prüflabor. Foto: Sandy Bever

Viele Einsatzmöglichkeiten in der Industrie

Die Einsatzmöglichkeiten seien vielfältig. Zwar spielt die Medizintechnik eine wichtige Rolle, doch das Leistungsspektrum des Prüflabors geht weit über Forschungsfragen in der Medizintechnik hinaus. Auch Bauteile aus dem Maschinenbau, der Automobilindustrie, der Luftfahrt oder aus besonderen Fertigungsverfahren wie dem 3D-Druck können untersucht werden – vorausgesetzt, ihre Größe passt in die CT-Anlage, die bis zu 60 cm Durchmesser fasst. Dabei reicht das Spektrum von winzigen Präzisionsteilen bis hin zu komplexen Baugruppen, mit denen sich die Fraunhofer-Experten für CT-Algorithmen und Messtechnik auseinandersetzen.

Neben der zerstörungsfreien Untersuchung von Bauteilen bietet das Labor auch metrologische Dienstleistungen an – im Bereich der Forschung und für die Weiterentwicklung von Produkten. Dabei gehe es vor allem darum, Maße mit einer Auflösung von bis zu 100 nm exakt zu bestimmen und nachvollziehbar zu dokumentieren. „Diese Messungen sind essenziell für die Qualitätssicherung in der Industrie. Denn nur wer genau weiß, wie ein Bauteil beschaffen ist, kann sicherstellen, dass es später zuverlässig funktioniert“, so Buzug weiter.

Vor allem in Zeiten größerer Abhängigkeiten gewinnt diese Art der Analyse zunehmend an Bedeutung. Bauteile werden komplexer, Anforderungen höher, Toleranzen enger. Hier liefere das Fraunhofer IMTE einen Vorteil: Es verbindet die Präzision des Blickes ins Innere mit den zukunftsweisenden Forschungsaspekten für die Produkte von morgen. Für Unternehmen bedeute das vor allem die Sicherheit, dass auch zukünftige Produkte den Anforderungen entsprechen und unsichtbare Defekte nicht unentdeckt bleiben. „Interessierte Unternehmen können sich gern bei uns melden“, so Buzug.

Autor: Benjamin Tietjen · IHK-Redaktion Lübeck · redaktion@luebeck.ihk.de

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Ausgabe Oktober / November 2026

Blick ins Innere: Qualität in der Industrie sichtbar machen