IHK-Ausbildungsbotschafter

Echte Vorbilder, authentische Einblicke

Wie lassen sich Schülerinnen und Schüler für eine Ausbildung begeistern? Einen neuen Ansatz verfolgen die IHK-Ausbildungsbotschafter. Azubis aus vielen Unternehmen geben dabei direkt in den Schulklassen lebendige Einblicke in ihren Ausbildungsalltag – und begeistern für eine duale Berufsausbildung.

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„Alternativen zum Studium aufzeigen“

Svea Plisch, Auszubildende zur Industriekauffrau bei Smurfit Westrock Wellpappenwerk Lübeck GmbH

 „Als Ausbildungsbotschafterin macht es mir einfach Spaß, Schülerinnen und Schülern unsere Berufe näherzubringen – gerade auch weil der Beruf des Packmitteltechnologen nicht so bekannt ist wie die Ausbildung zur Industriekauffrau. Dabei wird beides bei uns ausgebildet. Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass nicht nur ein Studium eine Möglichkeit ist, sondern auch, dass eine Ausbildung ganz viele Wege für einen bereithält und es für jede Person die richtige Ausbildung gibt.“

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„Ausbildung aus Sicht eines Azubis darstellen“

Henry Hinsch, Auszubildender zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

„Ich bin Ausbildungsbotschafter geworden, weil ich vor meiner Ausbildung auch in der Situation war, dass ich in der Schule saß und gar nicht genau wusste, was ich eigentlich danach machen möchte. In dieser Situation habe ich mich über jede Info zu Ausbildungen, Firmen und anderen Möglichkeiten gefreut, damit ich einschätzen konnte, ob diese Möglichkeiten etwas für mich sind. Der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern erfolgt immer locker und auf Augenhöhe und wir können ihnen die Ausbildung aus Sicht von Azubis darstellen.“

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„Praxisnahen Einblick in die Ausbildung geben“

Mhamed Tellawi, Auszubildender zum Fachinformatiker für Systemintegration bei der W&B GmbH

„Als Ausbildungsbotschafter engagiere ich mich, um Schülerinnen und Schülern einen realistischen und praxisnahen Einblick in die berufliche Ausbildung zu geben. Technik, Teamarbeit und echter Arbeitsalltag: In meinem Ausbildungsbetrieb erlebe ich echte Mitarbeit im Unternehmensalltag – und lerne so täglich dazu. Ich absolviere eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, da ich Interesse an moderner IT habe und diese bei Kunden etabliere, um ihr Unternehmen technisch auf den neuesten Stand zu bringen.“

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„Orientierungshilfe in den Schulklassen bieten“

Berke Caliskan, Auszubildender zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

„Ich habe mich für das Engagement als Ausbildungsbotschafter entschieden, weil ich sehr gute Erfahrungen in meiner Ausbildung machen durfte und diese gern mit anderen teilen möchte. Außerdem weiß ich, wie schwierig die Berufswahl direkt nach der Schule sein kann, und deshalb möchte ich eine Orientierungshilfe schaffen. Ich mag den direkten Austausch mit interessierten Schülerinnen und Schülern, da ich Freude daran habe, meine Ausbildung vorzustellen und das durch persönliche Anekdoten aus meinem Berufsalltag zu ergänzen.“

Für viele Schülerinnen und Schüler beginnt die berufliche Orientierung lange vor den Abschlussprüfungen. Oftmals wechseln sich dabei Neugierde und Unsicherheit ab. Welche Ausbildung passt zu mir? Wie sieht der Alltag im Betrieb aus? Was passiert in der Berufsschule? Das sind typische Fragen vieler Jugendlicher, die vor dem Schulabschluss stehen.

Orientierung bieten hier die IHK-Ausbildungsbotschafter: Auszubildende im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr, die Einblicke aus erster Hand in die Klassen bringen. Die IHK zu Lübeck koordiniert die IHK-Ausbildungsbotschafter, bereitet die Botschafterinnen und Botschafter in zweitägigen Schulungen auf ihre Einsätze vor und verbindet Unternehmen, Schulen und Auszubildende. In den Schulbesuchen stellen die Botschafter ihren Beruf vor, zeigen typische Arbeitsmaterialien, berichten aus ihrem Alltag und beantworten Fragen der Jugendlichen. So erhalten die Schülerinnen und Schüler authentische Eindrücke von verschiedenen Berufsbildern und bauen Unsicherheiten im Entscheidungsprozess ab, oftmals auf Augenhöhe.

Für die Auszubildenden selbst bietet das Engagement mehr als nur einen Perspektivwechsel: Sie erweitern ihre Präsentations‑ und Kommunikationskompetenzen, entwickeln sich persönlich weiter und wirken aktiv am Image ihres Berufs mit. Unternehmen profitieren ebenfalls: Sie positionieren sich als engagierte Ausbildungsbetriebe, erreichen frühzeitig potenzielle Nachwuchskräfte und können weniger bekannte Berufsfelder sichtbar machen.

Mitmachen können alle Betriebe, die ihre Auszubildenden für Schulungen und Einsätze freistellen. Die Anmeldung erfolgt über die IHK-Homepage. Anschließend wird der Einsatz individuell abgestimmt. Mitmachen können alle Azubis ab dem zweiten Ausbildungsjahr, die erste Berufserfahrungen gesammelt haben und bereit sind, ihre Ausbildung aus erster Hand vorzustellen.

Fotos: IHK/Tietjen